WRG solidarsch – Die Schnippelküche im August 2026
Was ist denn das, WRG solidarisch?
Für alle, die mit den Begriffen in der Schlagzeile nichts anfangen können: WRG steht für „Westliches RingGebiet. WRG-solidarisch nennt sich eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die seit 2022 Nachbarschaft organisieren und zum Mitmachen einladen. Ein Projekt zum Kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen.
Es ist lecker und gesund zusammen zu kochen
Trotz Hitze wegen Klimakrise waren im August über 30 Menschen zu Oma’s Lieblingsessen in die Schnippelküche von WRG-Solidarisch in die AWO Frankfurter Straße gekommen.
Wie gesund das gemeinsame Zubereiten und genußvolle Verzehren gesunder Lebensmittel besonders im Alter sind, hat die Deutsche Gesellschaft für Seniorenberatung jüngst betont. Es habe viele Vorteile, noch lange selbst zu kochen. Schon vor dem Essen mit lieben Mitmenschen, erlebt Gemeinschaft wer gemeinsam am Herd steht, denn selber kochen, vom Einkauf übers Schnippeln, Rühren, Braten bis zum Abwasch, hilft im Alter, die müden Muskeln zu bewahren.
Einen überraschenden Effekt entdeckte eine japanische Studie. Über sechs Jahre hinweg wurden 11.000 Menschen über 65 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Kochen schützt sogar das Gehirn vor Demenz. Für die gesundheitlichen Vorteile muss nicht mal täglich selbst gekocht werden.

Es wird vermutet, dass das Kochen für Ungeübte eine besonders stimulierende kognitive Herausforderung darstellt – ähnlich wie das Erlernen einer neuen Fähigkeit. Zusätzlich hilft es gegen die zunehmende Einsamkeit.
Weil gesundes Essen für WRG-Solidarisch immer auch leckeres Essen ist, wurde im Vorfeld nach Lieblingsrezepten gefragt. Senior*innen wurden interviewt und Enkel*innen danach gefragt, welches Gericht ihrer Oma sie sich wünschen würden. Das so schlichte, wie überraschende Ergebnis lautete: Eier mit Senfsoße. Die heutige Enkelgeneration ernährt sich zunehmend vegan, weshalb es zwei Variationen gab: vegane Senfsoße einmal mit Eiern von glücklichen Hühnern, zum anderen mit Kohlrabi-Möhren-Gemüse. Dazu gespendete Kartoffeln von der SoLaWi Lindenhof in Eilum und mal wieder Rote-Bete-Apfel-Salat.
Lothar, fast 70, der trotz Herausforderungen wie veganem Gyros oder vegetarischem indischen Linsen-Dal regelmäßig dabei ist, lobte die Senfsoße: „Die war fast noch besser als damals bei uns“ und ging um Nachschlag. Für Jakob, Anfang 20, waren Rote Bete immer Ihgitt. Doch als der Koch und Autor ihm vorschlug, zumindest einen kleinen Löffel vom Salat zu kosten, wagte er den Schritt und verputzte dann einen Teller voll: „Ich wußte nicht, das Rote Bete so fruchtig schmecken kann“.

Am Dienstag, 1. September gibt’s die nächste Schnippelküche. Vorbereitung ab 17.00 Uhr, Essen ab 18.30 Uhr. Das Essen ist kostenlos. Kleine Spenden sind möglich. Die Räume sind vollständig barrierefrei.
Text und Fotos: Michael Ritter


