Die Ferdinandbrücke wurde 1900 als zweifeldrige Fischbauchbrücke der Bauart „Möller“ errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Sie überspannt den westlichen Umflutgraben der Oker im Braunschweiger Stadtgebiet und verbindet dabei die Ferdinandstraße mit der Cammannstraße/Sophienstraße.

Ich denke fast alle kennen und nutzen diese schöne Brücke als bequeme Abkürzung in die Innenstadt. Denn seit 1988 ist die Brücke für den  Kraftfahrzeugverkehr gesperrt und dient seither ausschließlich als Fuß- und Radwegbrücke. Wie Zählungen der Stadt ergeben haben, wird die Brücke aktuell von täglich von über 2000 Radfahrer*innen sowie unzähligen Fußgänger*innen genutzt.

Seit einigen Jahren beantragen Anwohner*innen eine Aufwertung der Brücke mit Blick auf Rad- und Fußwegetrennung sowie eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Südlichen Teil mit Sitzgelegenheiten.

In September erreichte unseren Bezirksrat sowie den Bezirksrat Mitte, die Nachricht dass die Ferdinandbrücke restauriert werden muss sowie eine Umfeld Gestaltung stattfindet. Hierzu finden sich in der Vorlage der Stadt nur Bewertungen des Denkmalschutzes sowie des Gestaltungbeirates der Stadt (p.s. indem befinden sich überdings keine Bewohner*innen des Viertels) welche Begrünungen sowie Sitzmöglichkeiten ablehnen. Als Grund wird angegeben dass keine „Erhöhung der Tragfähigkeit“ möglich ist, weshalb zusätzliche Auflasten vermieden werden müssen.

Die Aufwertungsmaßnahmen zur gewünschten Begrünung wie die Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität zum Sitzen und verweilen können wohl leider nicht auf der Brücke selber statt. Stattdessen möchte die Stadt eine Parkbank am südwestlichen Ufer aufstellen. Da sich dieser Be-
reich auf einem Privatgrundstück befindet, wird ein Gestattungsvertrag mit der Eigentümergemeinschaft vorbereitet. Naja ob das klappt?

Die Vorlage der Stadt hat der Bezirksrat im September abgelehnt, und daraufhin einen Ortstermin einberufen, gemeinsam mit dem Bezirksrat Mitte.

Bei der vor Ort Besprechung gab es leider seitens der Stadt keine Zugeständnisse und deswegen haben nun beide Bezirksräte einen gleichlautenden Antrag gestellt:
„Hiermit bitten wir die Verwaltung Vorschläge zu machen zur Einrichtung von Pflanzinseln/Pflanzkübeln jeweils mit Sitzgelegenheiten -mit Blick zur Oker – außerhalb der eigentlichen „Brückentraglast“ Ferdinandbrücke. Diese wünschen wir uns Ecke Cammanstraße- Sophienstraße im südwestlichen Teil, (Zuständigkeit des Stadtbezirksrates 310) sowie Ferdinandbrücke Bereich Ferdinandstraße ebenfalls süd- westlicher Teil- (Zuständigkeit des Stadtbezirksrates 130). Die beiden Stadtbezirksräte entscheiden über die Kostenübernahme im Rahmen ihrer jeweiligen Budgets.

Begründung: Auf Anregung der Bürgerschaft und Politik (DS17-05535) wurde hier eine Umfeld Gestaltung gewünscht. Dabei steht die Aufwertung mit Grün und die Möglichkeiten zum Verweilen – in unserem aktuell mit Grünflächen und Parks unterversorgtem Stadtteil – im Mittelpunkt. Da stehen wir Bezirksräte dahinter.

Da der Gestaltungsbeirat sich nicht zu einer Grünbepflanzung auf der  Brücke wegen der schwierigen Traglast der Brücke, sowie aus Gründen des Denkmalschutzes durchringen konnte, wünschen wir uns nach der letzten
Ortsbegehung eine Begrünung mit Sitzgelegenheiten außerhalb der Traglast der Brücke.

Vorteil ist, dass mit den Pflanzinseln oder Kübeln automatisch eine Lenkung des Radverkehres erfolgt und der südliche Teil der Brücke sich damit zu einem ruhigeren Aufenthaltsbereich entwickeln wird.

Dieser Antrag wurde vom Bezirksrat westliches Ringgebiet am 17.2. 2026 einstimmig so beschlossen. Ich hoffe, dass unser Antrag Erfolg hat und danke den Bürger*innen für ihr stetiges Engagement.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Sewella Bezirksbürgermeistein 310,
Vorsitzende Sanierungsbeirat