WRG-solidarisch und die Nachbarschaftsküche
Was ist denn das, WRG solidarisch?
Für alle, die mit den Begriffen in der Schlagzeile nichts anfangen können: WRG steht für „Westliches RingGebiet. WRG-solidarisch nennt sich eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die seit 2022 Nachbarschaft organisieren und zum Mitmachen einladen. Ein Projekt zum Kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen.
Im März kamen wieder einmal gut dreißig Menschen, Schüler*innen, Studierende, Berufstätige und Rentner*innen, einige mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen zur Nachbarschaftsküche in die AWO in der Frankfurter Straße. Zum gemeinschaftlichen Schnippeln, Kochen und Essen. Diesmal ohne Lebensmittel von Foodsharing (die immer gern gesehen sind), weil unplanbar mitgebrachte Lebensmittel, die Küche zu spontanen Umstellungen des Speiseplans zwingen. Aber Spontanität und vegane Zutaten sind seit jeher ein Merkmal dieser Küche.

Um 17 Uhr trafen die Schnippelnden und Kochenden ein. Je nach persönlicher Neigung oder Selbsteinschätzung die einen in der Küche, andere im großen Saal. Manche kochten Kaffee und Tee, stellten Krüge mit Wasser raus. Einige kamen später und stellten Tische und Stühle zusammen, deckten die lange Tafel.
Fast pünktlich, nur kurz nach 18.30 Uhr, begrüßte diesmal Henrike Schwindt die Hungrigen. Vier Kilogramm Räuchertofu mit drei Pfund Zwiebeln und Knoblauch nach und nach in Pfannen anzubraten und in zwei Blechen im Ofen fertigzugaren hat ein weniges länger gedauert. Henrike stellte das Menü vor: Tofu-Gyros mit Zaziki, Tomatenreis und Krautsalat. Sie dankte allen Helfenden, stellte die Termine im WRG für den März vor und eröffnete die Tafel. Flugs bildete sich eine lange Schlange; jede*r nahm soviel wie gewünscht. Auch für Nachschlag reichte es. Das Tofu-Gyros war nach halb acht Uhr aufgegessen, von den anderen Sachen wurde übrig gebliebenes in mitgebrachten Dosen nach hause getragen. Ganz von selbst fanden sich helfende Hände, die in der Küche und im Saal klar Schiff machten.

Ein immer wieder faszinierendes Beispiel von Selbstorganisation, immer mal wieder kommen neue Menschen dazu, fühlen sich willkommen und bringen sich nach persönlichem Wunsch, Neigung und Befähigung in die Nachbarschaftsküche ein. Zwar wird das Menü des kommenden Monats beim Nachbarschaftscafe besprochen, dennoch sind Offenheit und Zugewandtheit prägende Elemente.
Am 7. April gibt’s die nächste Schnippelküche. Am 21. April dann das Nachbarschaftscafe, beides um 17 Uhr bei der AWO, Frankfurter Straße 18. Alles ohne Anmeldung, das Essen ist kostenlos. Kleine Spenden sind möglich.
Die Räume sind rollstuhlgerecht. Menschen aus der Weststadt sind herzlich willkommen. Darauffolgende Termine sind der 5. und 19. Mai.
Text und Fotos: Michael Ritter


